Gold als Währung und Anlage
Gold dient in Form von Goldmünzen und Barrengold als internationales Zahlungsmittel und wird von vielen Zentralbanken der Welt als Währungsreserve eingelagert, obwohl heute die Währungen nicht mehr durch Goldreserven gedeckt sind.
Speziell in Zeiten von Krisen, Inflation und Hyperinflation wird Gold als langfristige Wertanlage angesehen, bringt jedoch keinen Zinsertrag.
Goldpreis
Der Preis des Goldes wird auf dem offenen Markt bestimmt. Das geschieht seit dem 18. Jahrhundert in London. Seit dem 12. September 1919 treffen sich wichtige Goldhändler in einer Rothschild-Bank in London, um den Goldpreis formal zu fixieren. Seit 1968 gibt es ein weiteres tägliches Treffen in der Bank um 15 Uhr Londoner Zeit, um den Preis zur Öffnungszeit der US-Börsen erneut festzulegen.
Der Goldpreis kann auch von Marktteilnehmern mit großen Goldreserven, etwa Zentralbanken und Goldminen-Gesellschaften, erheblich beeinflusst werden. Soll der Goldpreis sinken, so wird Gold verliehen (um Leerverkäufe zu provozieren) oder verkauft, oder aber die Goldproduktion wird gesteigert. Soll der Goldpreis steigen, so kaufen die Zentralbanken Gold auf bzw. die Goldproduktion wird gedrosselt. Allerdings haben hier die goldbesitzenden Zentralbanken auch nur eingeschränkte Möglichkeiten, so umfasste der gesamte Goldbesitz aller Zentralbanken im Dezember 2005 nur etwa 19 % der weltweit vorhandenen Goldmenge von 153.000 Tonnen.
Wichtige Faktoren, die auf den Goldpreis Einfluss nehmen, sind der Ölpreis und der aktuelle Kurs des US-Dollar, da Gold in dieser Währung gehandelt wird.
Weltweiter Goldbestand
In der gesamten Geschichte der Menschheit wurden bisher schätzungsweise 155.000 Tonnen Gold geschürft. Der weltweite Bestand (Dezember 2005) von 153.000 Tonnen entspricht einem Würfel mit fast 20 Metern Kantenlänge oder fast 8000 Kubikmetern reinem Gold (rund 25,5 Gramm pro Kopf der Weltbevölkerung).
Verwendung dieser Goldmenge (Schätzung 2007):
28.600 t (18 %) Gold gehören Zentralbanken und anderen Währungs-Institutionen.
Die größten Goldbesitzer sind:
› USA 8.133 t
› Deutschland 3.428 t (entspricht 177,6 m³ oder 275.562 Goldbarren)
› Der Internationale Währungsfonds 3.217 t
› Frankreich 2.892 t
79.000 t (51 %) Gold sind in Schmuck verarbeitet.
18.000 t (12 %) Gold sind in Kunstgegenständen verarbeitet.
25.000 t (16 %) Gold sind in Privatbesitz – in Form von Barren und Münzen.
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